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News

Die Geburt eines Kindes ist fast immer ein freudiges Ereignis, bringt jedoch auch einige Herausforderungen mit sich. Vor allem Mütter und Väter in finanziell, gesundheitlich oder sozial belasteten Situationen können schnell mit der neuen Situation überfordert sein. Frühe Hilfen setzen, wie der Name schon sagt, frühzeitig an und helfen, Belastungsfaktoren zu reduzieren und Traumatisierungen sowie Entwicklungsverzögerungen zu verhindern. Sie sind ein wichtiges Angebot zur umfassenden Gesundheitsförderung und wirken präventiv gegen Vernachlässigung, Missbrauch und Gewalt.

Seit Juni 2015 bietet die möwe in Wien gemeinsam mit der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) Frühe Hilfen unter dem Namen gutbegleitet an. Finanziert wird das Angebot aus Vorsorgemitteln der Bundesgesundheitsagentur und aus dem Wiener Gesundheitsförderungsfonds.

Nach einem erfolgreichen Start in drei Wiener Bezirken konnte gutbegleitet – Frühe Hilfen Wien im vergangenen Jahr auf die Bezirke 12 bis 17 ausgeweitet werden. Bereits über 200 schwangeren Müttern und Eltern von Kindern zwischen 0 und 3 Jahren wurde eine gutbegleitet-Betreuerin

zur Seite gestellt. Gemeinsam mit den Betroffenen werden die Anliegen besprochen und Lösungswege definiert. Je nach Situation steht die gutbegleitet-Familienbegleiterin der Familie über einen längeren Zeitraum als Ansprechperson zur Verfügung oder sie vermittelt zu den zahlreichen Angeboten im Frühe Hilfen Netzwerk. Detaillierte Informationen über gutbegleitet finden Sie auf der Webseite: www.fruehehilfen.wien

Bild Überforderung

Ich bin nicht alleine

Ein Baby zu bekommen ist eine aufregende Sache! Die Freude ist groß und es gibt vor einer Geburt jede Menge Dinge zu erledigen. So war es auch bei Alina K. (Name geändert): Gemeinsam mit ihrem Mann und dem 1 ½ jährigen Sohn freute sie sich auf ihr kleines Mädchen, das in nicht mehr ganz 2 Monaten...

Ein Baby zu bekommen ist eine aufregende Sache! Die Freude ist groß und es gibt vor einer Geburt jede Menge Dinge zu erledigen. So war es auch bei Alina K. (Name geändert): Gemeinsam mit ihrem Mann und dem 1 ½ jährigen Sohn freute sie sich auf ihr kleines Mädchen, das in nicht mehr ganz 2 Monaten auf die Welt kommen sollte.

Doch dann kam alles anders. Ihr Mann musste wegen nicht bezahlbarer Schulden eine Haft antreten und schnell war klar, dass sie am Geburtstermin ohne ihn würde auskommen müssen. Von einem Tag auf den anderen wuchs die Belastung von Alina: Da ihre Familie im Ausland lebte, war sie komplett auf sich allein gestellt und hatte darüber hinaus keinerlei finanzielle Reserven, auf die sie zurückgreifen konnte.

4 Wochen vor der Geburt wurde im Spital eine Ärztin bei der Schwangerschaftsbetreuung auf den schlechten psychischen Zustand Alinas aufmerksam. Ein kurzes Gespräch machte klar, in welcher Notsituation sich die junge Frau befand. Mit ihrem Einverständnis wurde Kontakt zu den Frühen Hilfen hergestellt und Alina K. erhielt schon ein paar Tage später Besuch von zwei gutbegleitet – Familienbegleiterinnen. Mittlerweile war sie nur noch schwer in der Lage, ihren kleinen Sohn zu versorgen. Die Ängste und Sorgen machten ihr sowohl psychisch als auch körperlich

sehr zu schaffen. Wie gut, dass jetzt jemand da war, der ihr in der Krise Rat und Sicherheit geben konnte.

Im Gespräch stellte sich heraus, dass sich Alina K. so sehr für die Situation, in die sie da geraten war, schämte, dass sie nicht einmal ihre nächsten Angehörigen kontaktiert hatte. Ermutigt durch das Gespräch erzählte sie ihrer Mutter am Telefon von der schwierigen Situation, woraufhin diese aus dem Ausland anreiste um ihr zu helfen. Nun konnte sich Alina mit Unterstützung der Familienbegleiterin wieder ganz auf sich und die immer näher kommende Geburt konzentrieren.

Im Hintergrund wurden durch gutbegleitet Informationen eingeholt und organisiert, denn die finanzielle Situation der kleinen Familie war mehr als angespannt und die Delogierung aus der Wohnung stand im Raum. Aus einem Notfalltopf und mit Unterstützung einer Pfarrgemeinde konnten die ausständigen 3 Monatsmieten sowie Geld für die tägliche Versorgung aufgebracht werden. Um auch für die Zukunft bis zur Entlassung des Mannes oder der Arbeitsfähigkeit von Alina die Grundversorgung sicherzustellen, unterstützen die Sozialarbeiterinnen im gutbegleitet-Team Alina noch bei einigen Behördenwegen.

Die Situation von Alina K. ist auch nach der Geburt der kleinen Emily noch nicht rosig, aber sie kann die Zeit mit ihren beiden kleinen Kindern wieder ein wenig genießen. Bis sie wieder gut alleine zurechtkommt, wird sie weiter regelmäßig von der Familienbegleiterin besucht. Vor ein paar Wochen hat sie beim Baby-Treff in der möwe andere Mütter in schwierigen Situationen kennengelernt.

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